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Dolcefarniente – Mein süßes Nichtstun in Sizilien

20. Juni 2019
Dolcefarniente – Mein süßes Nichtstun in Sizilien

Zu Beginn dieser Geschichte muss man wissen, dass meine Schwägerin Julia zur Zeit ein Auslandspraktikum im wunderschönen Sizilien verbringt. Als mein Geburtstag sich näherte, beschlossen mein Mann und ich sehr spontan sie dort zu besuchen. Ein bisschen Mittelmeerflair wäre zu diesem Anlass doch genau das Richtige. 

Wir sollten nicht enttäuscht werden! Wir haben ein wirklich grandioses langes Wochenende in Catania verbracht! Julia hat uns bei sich aufgenommen und ihr kleines, aber feines Heim mit uns geteilt. Unsere Tage waren geprägt von Ausflügen, leckerem Essen und guter Gesellschaft – aber der Reihe nach. Nachdem wir freitags, Lufthansa sei Dank, gut angekommen sind, holte uns Moritz’ Schwester mit ihrem kleinen Fiat 500 am Flughafen ab. Schnell haben wir gemerkt, dass sich auch ihr Fahrstil in den letzten Monaten ihrer neuen Heimat angepasst hatte. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, zog es uns zum Frühstücken in ein kleines Café das sogenannte „Cornettos“ servierte. Man könnte sie wohl am ehesten mit Croissants vergleichen. Allerdings gab es sie in vielen verschiedenen Variationen. Einfach köstlich und genau das Richtige, um in Urlaubsstimmung zu kommen.

Dolcefarniente – Mein süßes Nichtstun in Sizilien

Nachdem Julia sich auf die Arbeit verabschiedete, erkundeten Moritz und ich weiterhin den Ort. Catania hat einen ganz besonderen, historischen Flair. Oft sieht man die Schönheit der Gebäude auch erst auf den zweiten Blick, da die Außenfassade nur in den wenigsten Fällen auf das Innere der Häuser schließen lässt. Fasziniert zogen wir also durch die Straßen und ließen das sizilianische Lebensgefühl auf uns wirken; es gibt sogar einen Ausdruck dafür: „dolcefarniente“ (dt. „Süßes Nichtstun“). Tatsächlich lag dieses Lebensgefühl beinahe immer und überall greifbar in der Luft. Die Sizilianer sind bei allem was sie tun sehr bedächtig und gemütlich eingestellt und lassen sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen. Die Krönung unseres Stadtbummels war ein Ausflug ans Meer. Eine herrliche Abkühlung in klarem, kalten Wasser vor einer traumhaften Kulisse – kann das Leben schöner sein? Ja, das kann es! Mit einem original italienischen Eis in der Hand! Obwohl die Ausgabetechnik etwas gewöhnungsbedürftig war (es gibt keine Eiskugeln, das Eis wird in die Waffel oder den Becher gestrichen), schmeckte das Eis doch himmlisch und so ganz anders, als in Deutschland. Vielleicht lag es auch an diesem besonderen Zauber in der Luft, aber ich kann mich nicht erinnern, jemals ein so köstliches Eis gegessen zu haben. 

Und weil Sizilien es uns so leicht gemacht hat im hiesigen Lebensstil anzukommen, ließen wir den Abend dann mit einem köstlichen Abendessen in guter Gesellschaft ausklingen. Auch hier muss man die regionale Küche einfach nur loben. Die Gerichte sind so frisch und simpel und sind dabei durch die raffinierte Würzung doch ein echtes Erlebnis. Antipasti, Pasta und Fisch werden hier auf eine unvergleichliche Art und Weise zubereitet. So etwas habe ich beim Italiener in Deutschland noch nicht erlebt. Das einzige was die Idylle ein wenig störte, waren die doch sehr aufdringlichen Straßenverkäufer. Alle paar Minuten wollte uns jemand etwas verkaufen. Die Einheimischen ignorieren diese Verkäufer strikt, da jede Regung diese nur weiter zum Verkaufen animiert. 

Satt und glücklich haben wir den Tag also ausklingen lassen. Auch im Dunkeln macht Catania einiges her und lädt mit vielen kleinen Kneipen zum Verweilen ein.

Am kommenden Tag ließen wir es ebenfalls ruhig angehen und genossen erst einmal wieder ein köstliches Frühstück. Daran, es sich mit so viel Ruhe einfach nur gut gehen zu lassen, kann man sich wirklich sehr schnell gewöhnen. Wir machten einen Ausflug in die Hafenstadt Siracusa. Auch hier wieder diese atemberaubende Kulisse, das Flair, die Menschen, das Essen – einfach nur ein Traum. Der Tag verflog wie schon der erste geradezu im Flug und wir haben ihn in vollen Zügen genossen. Sizilien hat es geschafft, uns innerhalb von Minuten wirklich in seinen Bann zu ziehen und uns trotz all der Geschäftigkeit vor Ort zu erden. Genau das haben wir gebraucht. Ich hoffe wir können etwas von diesem „dolcefarniente“ mit zurück in unseren Alltag in Deutschland nehmen.

Daher waren wir auch etwas traurig, als es am Montagmorgen schon zurück ging. Aber eines ist gewiss – wir werden Sizilien nicht vergessen und wenn es in Deutschland doch einfach mal wieder zu hektisch wird, werde ich die Augen schließen und durch die Gassen von Catania ziehen. 

Allerliebst,
Simi

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